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Grapefruitsaft fördert Fettabbau

alt Sauer macht lustig, aber dafür macht bitter schlank?!
Nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen regt der in Grapefruits enthaltene Bitterstoff „Naringenin“ die Fettverbrennung an. Gleichzeitig wird die Neubildung von Fettsäuren und Cholesterin gehemmt. Naringenin scheint der Leber einen hungerähnlichen Zustand vorzutäuschen, so dass die Fettreserven des Körpers abgebaut werden und die Produktion neuer Fette verhindert wird.

Diese Entdeckung könnte vor allem für Personen mit einer Fettstoffwechselstörung von Bedeutung sein.

Ihnen bleibt meist nur der Griff zu Medikamenten. Durch diese Studie könnte eine neue und vergleichsweise kostengünstige Alternative entdeckt worden sein, denn Naringenin wirkt auf ähnliche Weise wie die üblicherweise eingesetzten Arzneimittel.

Naringenin entsteht aus dem Flavonoid Naringin, das in Zitrusfrüchten wie Orangen und Grapefruits enthalten ist. Unter den Fruchtsäften ist der Naringeningehalt in Grapefruitsaft besonders hoch. In einem Liter Grapefruitsaft sind etwa 349 mg Naringenin enthalten, in einem Liter Orangensaft sind es 218 mg. Die Substanz ist für den bitteren Geschmack der Grapefruits verantwortlich. Nach den aktuellen Studienergebnissen kann Naringenin auch verschiedene Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper regulieren. Dafür dockt Naringenin an drei verschiedene Rezeptoren an, über die Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel gesteuert werden.

Personen mit erhöhten Blutfettwerten benötigen meist so genannte Fibrate, die dafür sorgen, dass Fett in der Leber abgebaut wird. Die Forscher halten die Effekte von Grapefruits durchaus mit denen des Arzneimittels für vergleichbar. Sie versetzten im Labor Leberzellen von Ratten mit 200 mikromol Naringenin und verglichen die Wirkungen mit denen des Medikamentenwirkstoffs sowie einer Kontrollprobe. Durch Naringenin wurde – ähnlich wie bei dem eingesetzten Arzneistoff – die Neubildung von Fett im Vergleich zur Kontrollprobe signifikant um 61 % gesenkt. Die Ketonkörperproduktion, ein Indikator für Fettabbau, wurde sowohl durch Naringenin als auch den Medikamentenwirkstoff um etwa 17 % erhöht. Im Unterschied zu der pharmazeutischen Verbindung wurde durch Naringenin zusätzlich auch die Gallensalzproduktion signifikant um 32 % reduziert. Dies ist ein Hinweis darauf, dass Naringenin auch die Cholesterinbildung senken kann.

Die Wirkung des Naringenins beruht auf einer Anbindung an Rezeptoren, die den Fettstoffwechsel steuern. Bei gesunden Menschen werden diese Rezeptoren im Hungerzustand aktiviert. In der Folge werden die Fettreserven des Körpers abgebaut, um die notwendige Nährstoffversorgung zu gewährleisten.

Naringenin kann im Gegensatz zu den Fibraten an verschiedene Rezeptoren andocken und so vielfältige Wirkungen auslöst. So kann es einen weiteren Rezeptor der Leber blockieren und auf diese Weise verhindern, dass neue Fettreserven aufgebaut werden.
Zusätzlich zu den Wirkungen auf den Fettstoffwechsel fanden die Autoren Hinweise darauf, dass Narenginin auch die Insulinsensitivität, also das Ansprechen der Zellen auf Insulin, verbessern könnte. Grund für diese Vermutung: Naringenin kann sich auch an jene Rezeptoren binden, die den Kohlenhydratstoffwechsel beeinflussen. Das wäre insbesondere für Diabetiker interessant.

Eine Studie mit spannenden Ergebnissen, die hoffentlich zu weiteren Forschungen führt. Denn sollten sich die Ergebnisse bestätigen, dann könnte Naringenin die Therapie bei Fettstoffwechselstörung und vielleicht auch Diabetes effizient unterstützen. Besonders interessant aus Sicht von Ernährungswissenschaft und Diätetik wäre die Frage, ob man durch den Verzehr von Grapefruits oder Grapefruitsaft pharmazeutisch wirksame Mengen an Narenginin aufnehmen kann.

Quelle:
Goldwasser J et al. (2010): Transcriptional regulation of human and rat hepatic lipid metabolism by grapefruit flavonoid naringenin: role of PPARalpha, PPARgamma and LXRalpha. PLoS ONE 5 (8): e12399.